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Kur und Gesundheit in Marienbad
- Das Bad der vierzig Quellen -
Der nicht nur unter Kurkennern weltbekannte Kurort Marienbad – auch Bad der vierzig Quellen genannt – gehört zum westböhmischen Bäderdreieck Marienbad – Franzensbad – Karlsbad. Inmitten herrlicher Natur befindet sich Tschechiens jüngster Kurort in einem malerischen Tal, ca. 630 m über dem Meeresspiegel. Charakteristisch für Marienbad ist neben der sauberen Luft und den vielen Heilquellen vor allem die Ruhe der Landschaft.
Der Kurort Marienbad wurde zwar erst Anfang des 19. Jahrhunderts gegründet, die Quellen wurden jedoch schon im 14. Jahrhundert von den Bewohnern des Dorfes Usovice genutzt. Den größten Verdienst an der Entstehung des Kurortes hatten die Besitzer aus dem nahe gelegenen Stift Tepl, die auf die Idee kamen, in dem damals schwer zugänglichen und sumpfigen Tal in der Nähe der Quellen ein Heilbad zu errichten. Im Jahre 1818 bekam der Kurort offiziell den Status eines Heilbades.
Die Bekanntheit von Marienbad beruht zum großen Teil auf dem Reichtum seiner natürlichen Quellen. In Marienbad selbst sprudeln über 40 Heilquellen, in der Umgebung weitere 100, die in ihrer mineralischen Zusammensetzung alle unterschiedlich sind. Die Wasseranalyse zeigt jedoch, dass alle Quellen Magnesium, Kalzium, Natrium, Hydrogencarbonat, Sulfat, Chlorid und freies CO2 beinhalten.
Die wichtigsten Quellen in Marienbad sind:
1.) Die Ambrosiusquelle:
Die Ambrosiusquelle wurde nach dem Abt des Tepler Klosters Ambrosius benannt. Die Quelle besteht aus drei Quellaustritten mit ähnlicher chemischer Zusammensetzung. Es handelt sich dabei um einen schwach mineralisierten eisenhaltigen Säuerling, der aufgrund seines hohen Eisengehalts bei einigen Formen von Blutarmut genutzt wird und aufgrund seiner diuretischen Wirkung auch bei Erkrankungen der Harnwege, besonders bei Lithiase empfohlen wird.
2.) Die Ferdinandsquelle
Die Ferdinandsquelle befindet sich im Zentrum des Ortsteils Usovice und gehört zur gleichen Quellengruppe wie die Kreuzquelle, obwohl sie in einem größerem Umfang mineralisiert ist. Die Quelle hat sieben Quellaustritte, wobei für Trinkkuren der Brunnen Ferndinand I zugänglich ist. Die anderen Austritte werden für Mineralbäder verwendet. Das Wasser dieser Quelle ist besonders für die Behandlung des Verdauungstraktes und bei Stoffwechselstörungen geeignet.
3.) Die Karolinenquelle
Die Karolinenquelle hieß ursprünglich Neuquelle und das austretende Heilwasser wurde früher unmittelbar am Wasseraustritt getrunken. Nach der Rekonstruktion der Wasserleitung wurde das Quellwasser bis zur Kolonnade der Rudolfsquelle zugeführt. Die Karolinenquelle wird wegen ihres hohen Magnesiumgehalts (das Kalzium-Magnesium-Verhältnis beträgt 2:5) bei urologischen Erkrankungen, sowie bei der Behandlung von Nierensteinen verwendet
4.) Die Kreuzquelle
Die Kreuzquelle wurde nach einem Holzkreuz benannt, das einst unweit dieser Quelle gestanden hatte. Diese Quelle ist eine der ältesten und am längsten benutzten Quellen, die wegen der therapeutischen Wirkung insbesondere für die Behandlung von Erkrankungen des Verdauungstraktes (Magen-, Darm-, Gallenblasen-, Leber und Pankreaskrankheiten), bei Stoffwechselerkrankungen (Fettsucht, Gicht, Diabetes mellitus) und bei allergischen Erkrankungen, die durch Verdauungsstörungen bedingt sind, verwendet werden. Die Quelle ist ein Natrium-Sulfat-Hydrogen-Karbonat eisenhaltiger Säuerling mit erhöhtem Gehalt der Metakieselsäure und wirkt stuhlgangfördernd.
5.) Die Rudolfsquelle
Die Rudolfsquelle liegt ca. 350 m südöstlich von der Ferdinandsquellenkolonnade entfernt. Sie wird wegen ihrer diuretischen Wirkung bei Erkrankungen der Nieren und der Harnwege genutzt. Die Quelle zeichnet sich durch ihren hohen Kalziumgehalt aus (das Kalzium-Magnesium-Verhältnis beträgt 5:4) und deshalb ist solch eine Trinkkur eine geeignete Ergänzungstherapie bei der Behandlung von Osteoporose. Aufgrund ihrer entzündungshemmenden Wirkung wird sie auch bei Entzündungen der Harnwege angewandt.
6.) Die Waldquelle
Die Waldquelle entspringt am nördlichen Stadtrand und durch ihre chemische Zusammensetzung unterscheidet sie sich von den anderen Quellen. Sie dient für Trinkkuren und bei der Inhalationstherapie. Anwendung findet sie bei Erkrankungen der oberen Atemwege sowie des Gastrointestinaltrakts. Ebenso gut eignet sie sich zur Behandlung einiger urologischen Erkrankungen, wie z. B. von Harnsteinen aus Urinsäure, die sie stark alkalisiert.
Eine Kur in Marienbad eignet sich hervorragend bei/nach (Indikationen):
Von einer Kur wird abgeraten bei/nach (Kontraindikationen):
Übliche Behandlungsarten sind u. a. Akupunktur, Hydrotherapie, Diadynamik, Elektrotherapie, Massagen, Unterwassermassagen, Gasinjektionen, Heilgymnastik, Wassergymnastik, Interferenzströme, Inhalationen, Kurzwellen-Diathermie, Kryotherapie, Kneippkur, Lavatherm, Lichttherapie, Moorumschläge, Moorpackungen, Moorbäder, Parafango, Paraffinwickel, Sauerstofftherapie, Schottische Duschen, Sollux, Trinkkur, Ultrschall, Trockene CO2-Gasbäder, Vierzellenbäder u. a.
Die Stadt Marienbad bietet zahlreiche Möglichkeiten zu sportlichen und kulturellen Aktivitäten. Neben dem Golf oder Tennis spielen, Wandern, Radwandern oder Reiten, kann man sich hier auch dem Jachting widmen oder Schwimm- und Freibäder nutzen. Im Winter sind das Langlauf-Areal und die Abfahrtspiste mit Skilift und Seilbahn sehr beliebt. Kulturelle Erlebnisse in Form von Konzerten, Operetten- und Theatervorstellungen, Modeschauen und Ausstellungen, die im Kursaal und im Casino stattfinden sowie die Kolonnadenkonzerte im Sommer erfreuen sich größter Beliebtheit. Gepflegte und markierte Spazierwege laden zum entspannten Spazieren gehen ein.
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